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Rechnet man die Vorgeschichte mit, ist der Oelder Heimatverein mittlerweile über 100 Jahre Jahre alt. Fit gemacht für seine Bestimmung hat ihn ab 1922 eine Achter-Gruppe unter Leitung von Amtsgerichtsrat Hövel. Ab 1936 lenkte Oberpostmeister August Cappenberg als Vorsitzender mit Unterbrechungen den neu gegründeten Verein; ihm folgten Rektor Ludwig Gruß, Oberlandesgerichsrat Albert Pauls, Redakteur Hans Rochol sowie Kirchenmusiker und Chordirigent Gregor Lieckenbröcker. Die Jahre ab 1922 der Vereinsgeschichte hat Albert Pauls aufgearbeitet. Er hat 1986 unter dem Titel „50 Jahre Heimatverein Oelde“ im Kreis-Heimatkalender seinen umfassenden Rückblick publiziert, der hier nachzulesen ist. Von seinem Nachfolger Hans Rochol stammen die Ergänzungen in eckigen Klammern sowie der zweite Teil der Chronik als Extrakapitel.
Heimatvereins-Mitglied sorgte für die Anlegung des Oelder Stadtparks
Am 15. Juni 1936 wurde der Heimatverein Oelde gegründet. Vorher hatte schon seit Jahren eine lockere Arbeitsgemeinschaft Oelder Heimatfreunde bestanden, genau genommen seit dem 29. Mai 1922, als sie sich unter der Bezeichnung „Vereinigung für Ortsgeschichte und Heimatkunde für Oelde und Umgebung“ unter dem Vorsitz von Amtsgerichtsrat Hermann Hövel zusammenschloss. Später wurde sie kurz „Heimatbund Oelde“ genannt.
Ihr gehörten außer Hermann Hövel noch Amtsoberinspektor Jakob Bäcker, Dr. med. Wilhelm Dahms, Amtsbürgermeister Hermann Johenning, Katasterdirektor Josef Kahle, Justizinspektor Wilhelm Meintrup, Studienassessor Christoph Rose und Rechtsanwalt Fritz Westenhorst an. Bäcker, Hövel und Rose haben sich durch die Sammlung heimatgeschichtlicher Nachrichten und Flurbezeichnungen, Dr. W. Dahms durch die Erforschung der Oelder Pflanzenwelt und H. Johenning durch die Schaffung des Oelder Stadtparks und das Anlegen von Wanderwegen („Hermannsweg“ nach Stromberg) sehr verdient gemacht.
Anfang 1936 beauftragte der Sauerländische Gebirgsverein sein Mitglied Oberpostmeister August Cappenberg mit der Gründung einer Ortsgruppe in Oelde. Nach Besprechung mit Amtsbürgermeister Johenning sah man jedoch von diesem Plan ab und beschloss, die erwähnte Arbeitsgemeinschaft in einen Heimatverein umzuwandeln, dessen Leitung Cappenberg übernehmen sollte. Mit Schreiben vom 22. Mai 1936 „ernannte“ der Westfälische Heimatbund (WHB) mit Einverständnis der Gauleitung der NSDAP – man lebte damals unter dem „Führerprinzip“ des Dritten Reiches – August Cappenberg zum Leiter des Heimatvereins, zu dessen Gründung er unverzüglich schritt. In der Gründungsversammlung am 15. Juni 1936 im Gasthof „Zur Krone“ an der Langen Straße erklärten sich die bisherigen Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft zur Mitarbeit im neuen Heimatverein bereit, der vorläufig auf eine Satzung verzichtete.
Der junge Verein entwickelte sogleich eine vielseitige, umfangreiche Tätigkeit. Er veranstaltete Besichtigungen, Wanderungen in die nähere und Wanderfahrten in die weitere Umgebung, um den Mitgliedern die westfälische Heimat zu erschließen. Diesem Zweck dienten auch Vorträge, teils mit Lichtbildern, die einheimische und auswärtige Heimatfreunde in Oelde hielten. Der Verein beteiligte sich von Anfang an am Westfalentag und anderen überörtlichen Arbeitstagungen.